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Einkauf#

Toleranz (Zeit) in beide Richtungen#

Im Standard Microsoft Dynamics 365 Business Central kann für den Beschaffungslauf zur Vermeidung von zu vielen Änderungsmeldungen eine Toleranzzeit eingestellt werden. Damit ist die Zeitdauer gemeint, die ein Bedarfsdecker (z.B. eine Bestellung) früher eingehen kann, wie ein Bedarfsverursacher (z.B. ein Auftrag) dies benötigt.

Die Einrichtung erfolgt im Microsoft Dynamics 365 Business Central Standard zunächst zentral in der Produktion Einrichtung über das Feld "Standardtoleranzperiode" und kann artikelspezifisch in den Artikel- bzw. Lagerhaltungsdaten mit dem Feld "Toleranzperiode" übersteuert werden.

In KUMAVISION factory365 wurden die Standardfelder in "Standardtoleranzperiode zu früh" und "Toleranzperiode zu früh" umbenannt.

Des Weiteren wurde die Produktion Einrichtung um die "Standardtoleranzperiode zu spät" und die Artikel- bzw. Lagerhaltungsdaten um "Toleranzperiode zu spät" erweitert. Somit können in KUMAVISION factory365 Toleranzen in beide Richtungen beim Wiederbeschaffungsverfahren „Los-für-Los“ definiert werden.

Hinweis

Grundsätzlich muss die Loskumulierungsperiode definiert werden, sofern die Toleranzperiode genutzt werden soll. Hier gilt die Regel, dass die Loskumulierungsperiode größer als die Toleranzperiode sein muss.

Einrichtung der Toleranz#

Global:#

Geben Sie den Begriff „Produktion Einrichtung“ über die Anwendersuche ein und wählen den entsprechenden Link.

Über das Inforegister „Planung“ haben Sie die Möglichkeit, die Toleranzzeiten in den Feldern „Standardtoleranzperiode zu früh“ und „Standardtoleranzperiode zu spät“ zu erfassen.

Spezifisch#

Um spezifische Toleranzen festzulegen und zu definieren, öffnen Sie hierzu die gewünschte Artikel- oder Lagerhaltungsdatenkarte. Auf dem Inforegister „Planung“ können Sie die Toleranzen in den Feldern „Toleranzperiode Zu Früh“ und „Toleranzperiode Zu spät“ festlegen.

Hinweis

Die spezifischen Toleranzen übersteuern die globalen Toleranzen aus der Produktion Einrichtung.

Optimierte Planungsparameter#

In Microsoft Dynamics 365 Business Central dürfen keine Reservierungen für den Planungsparameter “Minimalbestand” verwendet werden. Dies könnte andernfalls zu nicht nachvollziehbaren Vorschlagszeilen führen.

In KUMAVISION factory365 wurden die Planungsparameter für die Wiederbeschaffungsverfahren "Feste Bestellmenge" und "Auffüllen auf Maximalbestand" so optimiert, dass das Feld "Reservieren" standardmäßig auf „Nie“ steht.

Bei Änderung des Wiederbeschaffungsverfahrens auf „Feste Bestellmenge" oder "Auffüllen auf Maximalbestand" wird seitens des Systems automatisch geprüft ob noch eventuelle Reservierungen vorhanden sind. Sollte dies der Fall sein, erscheint ein Hinweis, dass diese zu löschen sind.

Sammelanfragen#

Die Funktionserweiterung „Sammelanfragen“ soll verhindern, dass sobald eine FA-Komponente mit Reservierungsbezug über den Bestellvorschlag in eine Einkaufsanfrage gegeben wird, der Reservierungsbezug zu der späteren Bestellung nicht verloren geht.

Die Bestellvorschlagszeile mit Reservierungs- und Anfragenbezug darf bei wiederholtem Ausführen der Funktion „Planung berechnen“ nicht gelöscht werden. Mehrbedarfe werden als weitere Bestellvorschlagszeilen ermittelt.

Wird die Einkaufsanfragezeile in eine Bestellung gewandelt, so wird aus der vorhandenen Bestellvorschlagszeile die Reservierung an die Bestellung vererbt, sowie die weiteren Anfragenzeilen gelöscht, oder als bestellt markiert.

Um diese Funktionalität nutzen zu können, müssen vorab folgende Einrichtungen vorgenommen werden:

Einrichtung#

In der „Kreditoren & Einkauf Einrichtung“ muss zunächst auf dem Inforegister „Nummernserien“ eine Nummernserie für die Sammelanfragen im Feld „Sammelanfrage Nummernserie“ hinterlegt werden.

Ablauf#

Wird für einen Artikel die Beschaffungsplanung über das Planungs- bzw. Bestellarbeitsblatt durchlaufen, besteht die Möglichkeit, für die jeweilige Vorschlagszeile über die Funktion „Sammelanfrage erstellen“, Preisanfragen an diverse Kreditoren zu stellen.

Hierzu wird zunächst der Haken „Preisanfrage generieren“ für die entsprechende Vorschlagszeile gesetzt. Für die markierte(n) Zeile(n) kann über „Zugehörig“ > „Preisanfrage“ > „Auswahl für Preisanfrage“ > „Zuordnung für aktuellen Datensatz“ bzw. für „Zuordnung für markierten Datensatz“ die gewünschten Kreditoren zur Erstellung der Einkaufsanfragen hinterlegt werden.

Für die tatsächliche Generierung der Sammelanfrage, führen Sie anschließend die Funktion „Sammelanfrage erstellen“ unter „Zugehörig“ > „Sonstiges“ aus.

Eine anschließende Meldung gibt Ihnen die Information wie viele Anfragen systemseitig erstellt wurden. Des Weiteren erhält die Bestellvorschlagszeile einen Kenner mit der zugehörigen Sammelanfragenummer im Feld „Sammelanfrage Nr.“ und der dazugehörigen Zeilennummer im Feld „Sammelanfragenzeile“.

Sammelanfrage#

Über die Spalte „Sammelanfrage Nr.“ der Vorschlagszeile, haben Sie durch einen Lookup auf die Nummer, die Möglichkeit in die Sammelanfrage zu gelangen. Andernfalls gelangen Sie über die Anwendersuche über den Suchbegriff „Sammelanfragen“ zur Übersicht, über der Sie die gewünschte Sammelanfrage ebenfalls aufrufen können.

Inforegister Allgemein#
Feld Beschreibung
Nr. Gibt die Nummer der Sammelanfrage entsprechend der festgelegten Nummernserie an.
Beschreibung Gibt eine Beschreibung der Sammelanfrage an.
Benutzer-ID Gibt die Benutzer-ID an, von dem aus die Sammelanfrage erzeugt worden ist, an.
Errichtungsdatum Gibt das Datum an, an dem die Sammelanfrage erstellt worden ist.
Gewünschtes Enddatum Gibt ein gewünschtes Enddatum an, bis wann der Anfrageprozess abgeschlossen werden soll.
Status Es wird zwischen folgenden Status unterschieden:

Angefordert:
Eine Sammelanfrage weist den Status „Angefordert“ auf, sofern diese sich noch im Bearbeitungsprozess befindet.

Beendet:
Eine Sammelanfrage weist den Status „Beendet“ auf, sobald eine Bestellung aus der Sammelanfrage heraus erstellt wurde.

Leer:
Eine Sammelanfrage weist den Status „leer“ auf, sobald die Sammelanfrage mit der Funktion „Abbrechen“ in der Matrix, abgebrochen wurde.
Anzahl Anfragen Gibt die Anzahl der Anfragen an, die der Sammelanfrage zugehörig sind.

Über ein Lookup auf die Anzahl, gelangen Sie in die Einkaufsanfragenübersicht, welche gefiltert auf die zugehörigen Anfragen der Sammelanfrage ist.
Inforegister Sammelanfragezeilen#

In den Sammelanfragezeilen werden Ihnen die Artikelzeilen, welche angefragt wurden, angezeigt.

Feld Beschreibung
Art Gibt die Art der Bestellanfragezeile an.
Nr. Gibt die Nummer der angefragten Position an. Dieses Feld steht in Abhängigkeit mit dem Feld „Art“.
Menge Gibt die Menge, welche angefragt worden ist, an.
Menge (Basis) Gibt die Menge (Basis), welche angefragt worden ist, an.
Bestellmenge Gibt die Bestellmenge an.
Bestellmenge (Basis) Gibt die Bestellmenge (Basis) an.
Restauftragsmenge Gibt eine mögliche Restauftragsmenge an.
Restmenge (Basis) Gibt eine mögliche Restauftragsmenge (Basis) an.
Einheitencode Gibt an, wie eine Einheit des Artikels oder der Ressource gemessen wird (z. B. Stück oder Stunden).
Variantenode Gibt die Variante eines Artikels (sofern zutreffend) an.
Arbeitstypencode Gibt einen Arbeitstypencode an.
Lagerortcode Gibt einen Code für den Lagerort an, an dem die angefragten Artikel registriert werden.
Beendet Der Haken ist gesetzt, sobald eine Bestellung erzeugt wurde und keine Restauftragsmenge vorhanden ist.
Matrix#

Über den Menüpunkt „Matrix anzeigen“ gelangen Sie in eine Übersicht, die Ihnen die angefragte(n) Position(en) mit den entsprechenden Kreditorenanfragen in einer Zeile zusammengefasst darstellt.

Über die Schalter auf dem Inforegister „Allgemein“ können Sie die Auswahl treffen, welche Informationen Ihnen in den Zeilen dargestellt werden sollen.

In den Matrixzeilen haben Sie die Möglichkeit, die rückgemeldeten Preise der Kreditoren zu hinterlegen und diese miteinander zu vergleichen.

Andernfalls können Sie die Preise auch direkt in der Einkaufsanfrage hinterlegen. Das System überträgt die Preise von der Einkaufsanfrage zu der Matrix Übersicht und umgekehrt, automatisch.

Bestellung erstellen#

Sobald Sie sich für einen Lieferanten entschieden haben, können Sie über die Matrix die Menge akzeptieren, in dem Sie auf die Menge des entsprechenden Kreditors klicken.

Es öffnet sich die „Akzeptieren-Maske“ auf der Sie die Menge über das Feld „Zu akzeptierende Menge“ akzeptieren können. Der Status für den Kreditor ändert sich in der Zeile auf „Zugeteilt“ der andere hingegeben erhält den Status „Nicht zugeteilt“.

Über die Aktion „Bestellung erzeugen“ im Menüband können Sie anschließend die gewünschte Bestellung generieren. Sie erhalten eine Meldung das die Bestellung erstellt wurde. Die Matrix erhält dann den Status „Auftrag/Bestellung“. Die Sammelanfrage erhält den Status „Beendet“ und die zugehörige Bestellvorschlagszeile ist gelöscht.

Über die „Abbrechen“-Funktion im Menübereich der Matrixzeilen, haben Sie außerdem nach einer Verteilung die Möglichkeit, den Vorgang abzubrechen. Eine Abfrage erscheint, ob die zugehörigen Anfragen ebenfalls gelöscht werden sollen. Nach der Bestätigung mit „Ja“, werden diese gelöscht und die Sammelanfrage erhält den Status „leer“. Der Bezug zu der Bestellvorschlagszeile wird ebenfalls gelöscht, sodass die Möglichkeit besteht, den Prozess von neu zu beginnen.

Hinweis

Sollte die Planung zum wiederholten Male neu berechnet werden, werden alle Zeilen bis auf die Zeilen, welche sich in eine Sammelanfrage befinden, neu berechnet. Die Zeilen, welche sich in eine Sammelanfrage befinden, bleiben unverändert im Planungs-/Bestellarbeitsblatt bestehen.

Einkaufskonsignationsabwicklung#

Mit der Einkaufskonsignationsabwicklung haben Sie die Möglichkeit, ein Lieferantenlager in KUMAVISION factory365 zu verwalten umso, mögliche Zu-/Abgänge von Konsignationsartikeln abzubilden.

Einrichtung#

Herkunftscodes#

In den Herkunftscodes muss ein entsprechender Code unter Angaben eines Codes (Kürzel) und einer Beschreibung angelegt werden. Dieser Herkunftscode wird anschließend in der Herkunftscodeeinrichtung zugewiesen.

Herkunftscodeeinrichtung#

In der Herkunftscodeeinrichtung können Sie den zuvor für die Konsignationsabwicklung eingerichteten Herkunftscode auf dem Inforegister „Einkauf“ im Feld „Konsignationsentnahme“ hinterlegen.

Feld Beschreibung
Konsignationsentnahme Gibt den Herkunftscode für den Einkaufsprozess bei der Lagerentnahme an.

Die Einrichtung dieses Herkunftscodes ermöglicht bei der Buchung des Einkaufbeleges in Verbindung mit einem „gesteuerten“ Lagerort die direkte Buchung der Einkaufslieferungen.

Lager Einrichtung#

In der Lager Einrichtung muss zunächst das Feld „Einst.-Pr. (durchschn.) Ber.-Art“ auf dem Inforegister „Allgemein“ für die Einstandspreisberechnung zwingend auf die Option „Artikel Lagerort und Variante“ eingestellt werden.

Des Weiteren sind für die Konsignationsabwicklung die Nummernserien auf dem Inforegister „Nummerierungen“ und die Einkaufsbestellart auf dem Inforegister „Allgemein“ zu hinterlegen.

Feld Beschreibung
Konsignationsentnahmenummern Gibt die Nummernserie für die Konsignationsentnahme an.
Geb. Konsignationsentnahmenummern Gibt die Nummernserie für die gebuchten Konsignationsentnahmen an.
Einkaufsbestellart Konsignationsentnahme Gibt die Einkaufsbestellart für die Bestellungen, die aus den Konsignationsentnahmen erzeugt werden, an.

Lagerort#

Für den Konsignationslagerort müssen folgende Felder auf der Lagerortkarte zusätzlich eingerichtet werden:

Feld Beschreibung
Konsignationsentnahme Kennzeichnet den Lagerort als „Konsignationslager“ für den Einkauf.

Das Kennzeichen kann nur geändert werden, wenn keine „offenen Artikelposten“ auf dem Lagerort existieren. Des Weiteren müssen alle Artikelposten reguliert und in einer abgeschlossen Lagerbuchungsperiode liegen.

Hinweis:
Bitte beachten Sie, dass der Schalter nur für die DACH-Region freigegeben ist.
Kreditorennr. Gibt die Kreditorennummer eines Konsignationslagerorts an.

Das Feld ist ein Pflichtfeld, wenn es sich um ein Konsignationslager ohne Lagerplätze handelt.

Sofern das Konsignationslager mit Lagerplätzen eingerichtet ist, wird primär die Kreditorennummer in den jeweiligen Lagerplätzen geprüft, sofern keine eindeutige Zuordnung in den Lagerplätzen gefunden wird, wird der Inhalt dieses Feldes verwendet.

Für Konsignationslagerorte (Schalter Konsignationsentnahme gesetzt) ist folgendes zu beachten:

  1. Die „gesteuerte Logistik“ sowie die „ausgehenden Logistikbelege“ (Warenausgang, Kommissionierung bzw. Lagerkommissionierung) können nicht verwendet werden und sind entsprechend in der Einrichtung zu deaktivieren.
  2. Innerhalb der Lagerbuchungen wird dieses Kennzeichen insbesondere in Verbindung mit Einstandspreisen geprüft. Es dürfen keine Lagerwerte auf diese gekennzeichneten Lagerorte gebucht werden.
  3. Innerhalb der Funktion „Posten holen“ des Intrastat-Buchblattes werden die Artikelposten auf diesen Lagerorten nicht berücksichtigt.
  4. In allen ausgehenden Belegen (Verkauf, Service, Umlagerungsauftrag, Fertigungsauftrag, Montageauftrag, Projekte sowie Einkaufgutschrift und Einkaufreklamation) kann dieser Lagerort nicht eingesetzt werden. Auch in den Buch.-blättern ist die Verwendung der Konsignationslager eingeschränkt. Im Artikel Buch.-blatt kann ein Konsignationslager nicht verwendet werden. In den Artikel Umlagerungsbuch.-blättern kann wiederum auch das Konsignationslager verwendet werden, aber hier nur für interne Umlagerungen zwischen Konsignationslagerorten bzw. Lagerplätzen.
  5. Eine Entnahme aus diesem Lagerort ist nur über den Beleg „Konsignations-Entnahme“ und dem darauffolgenden Prozess möglich. Der Inventurprozess stellt hier eine Ausnahme dar.
  6. Der Zugang auf diesen Lagerort kann nur über eine entsprechende Einkaufsbestellung bzw. -rechnung (ohne Wert) gebucht werden. Der Inventurprozess stellt hier eine Ausnahme dar.
  7. Die Funktion „Wareneingang stornieren“ in den „gebuchten Einkaufslieferungen“ steht nicht zur Verfügung.
Lagerplätze#

Die Lagerplätze können weiterhin eingerichtet und genutzt werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, die Lagerplätze einem bestimmten Kreditor über das Feld „Kreditorennr.“ zuzuweisen.

Hinweis

Das Feld „Kreditorennr.“ kann nur bei Lagerorten mit Kennzeichnung „EK-Konsignationslager“ verwendet werden. Eine Änderung des Feldes ist nur möglich, wenn kein Lagerplatzinhalt besteht. Wird das Feld nicht eingerichtet, dann muss im Lagerort die Kreditorennummer hinterlegt sein.

Achtung

Die Einrichtung von Lagerplätzen mit unterschiedlichen Kreditorennummern ist technisch möglich, muss aber in der Lagerorganisation hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse besonders beachtet werden. Grundsätzlich ist zu empfehlen, pro Kreditor einen eigenen Lagerort einzurichten.

Lagerbuchung Einrichtung#

Trotz einer generellen Prüfung, dass keine Lagerwerte gebucht werden können, empfiehlt es sich, in der erforderlichen „Lagerbuchung Einrichtung“ entsprechende eigene Sachkonten, die nicht in Bilanzen o.ä. verwendet werden, einzurichten.

Lagerhaltungsdaten#

Für die Abwicklung des Konsignationsprozesses müssen für die Artikel, die über diesen Prozess abgewickelt werden, folgende Einrichtungen vorgenommen werden:

  1. Innerhalb der Lagerhaltungsdatenkarte, die ein Lagerort mit dem Kennzeichen „EK-Konsignation“ verwendet, muss die Beschaffungsmethode „Einkauf“ eingerichtet werden.
  2. Des Weiteren muss der Lagerhaltungsdatenkarte eine entsprechende Kreditorennummer zugewiesen werden. Diese wird gemäß Microsoft Dynamics 365 Business Central-Standard innerhalb der Disposition über die Bestell- und Planungsarbeitsblätter als Vorschlag übernommen. Die etwaige Einrichtung einer Kreditorennummer in den Lagerplätzen des Konsignationslagers haben innerhalb der Planung und Disposition keinen direkten Einfluss.
  3. Für die Lagerorte der Verbräuche der Konsignationsartikel müssen entsprechende Lagerhaltungsdaten mit dem Beschaffungsverfahren „Umlagerung“ und dem entsprechenden Konsignationslager als „Umlagerung von Lagerortcode“ eingerichtet werden.
  4. Die Verwendung der Wiederbeschaffungsverfahren sind in den Lagerhaltungsdaten nicht eingeschränkt und werden grundsätzlich gemäß Microsoft Dynamics 365 Business Central-Standard unterstützt.
  5. Die Lagerhaltungsdatenkarte für das Konsignationslager kann nur gelöscht werden, sofern keine „offenen“ Artikelposten auf dieser Kombination bestehen. Des Weiteren müssen alle Artikelposten reguliert und in einer abgeschlossenen Lagerbuchungsperiode liegen.

Hinweis

In Verbindung mit der Lagerabgangsmethode „Standard“ wird innerhalb der entsprechenden Lagerhaltungsdatenkarte der „Einstandspreis (fest)“ unmittelbar vom System auf 0 gestellt und kann auch nicht verändert werden.

Berichtsauswahl - Lager#

In der „Berichtsauswahl - Lager“ ist die Zusatzoption „Konsignationsentnahmen“ für kundenindividuelle Belege vorhanden.

Konsignationsabwicklung durchführen#

Nachfolgend werden Ihnen die Prozesse zur Konsignationsabwicklung beschrieben:

Zugänge Konsignationslager#

Ein Zugang für ein Konsignationslager kann nur über die Belegarten „Einkaufbestellung“ bzw. „Einkaufrechnung“ erfolgen. Hier gilt grundsätzlich, dass die Belegzeilen mit einem Konsignationslager einen Zeilenbetrag von „0“ aufweisen. Etwaige Artikel Zu-/Abschlagszuweisungen werden unterbunden.

Zuschläge, welche über das Modul „Metallteuerungszuschlag“ resultieren, werden erst in den Bestellungen zum Zeitpunkt der Konsignationsentnahmen in die folgenden Belege übernommen.

Etwaige Prüfungen hinsichtlich der Zeilenbeträge erfolgen während der Belegfreigabe.

In den Zeilen der Einkaufs- und Logistikbelege wird bei der Zuweisung bzw. Auswahl der entsprechenden Lagerplätze die Kreditorennummer aus dem Lagerort bzw. den Lagerplätzen berücksichtigt.

Die Faktura der Lieferungen an das Konsignationslager müssen aktuell direkt beim Buchen aus der Einkaufsbestellung bzw. bei Verwendung von Logistikbelegen über separate Rechnungsläufe gebucht werden.

Abgänge Konsignationslager#

Die Entnahme aus dem Konsignationslager erfolgt über die Konsignationsentnahme Karte. Hierzu rufen Sie sich zunächst die „Konsignationsentnahme Übersicht“ über die Anwendersuche auf. Über „Neu“ im Menüband können Sie eine neue Entnahme mit Hilfe der u.a. Tabelle anlegen.

Alternativ können Sie über die Funktion „Ereignismeldung durchführen“ aus den Planungsarbeitsblättern die Entnahmebelege erstellen.

Inforegister Allgemein#
Feld Beschreibung
Nr. Vergabe einer fortlaufenden Belegnummer aus der in der Lager Einrichtung definierten Nummernserie.
Belegdatum Gibt das Belegdatum an.
Zugewiesenes Datum Gibt das Datum an, an dem die Zuweisung eines Benutzers erfolgte.

Das Feld dient als Informationsfeld für die Logistikprozesse und wird automatisch mit der Zuweisung eines Benutzers gesetzt.
Zugewiesene Zeit Gibt die Uhrzeit an, an der die Zuweisung eines Benutzers erfolgte.

Das Feld dient als Informationsfeld für die Logistikprozesse und wird automatisch mit der Zuweisung eines Benutzers gesetzt.
Zugewiesene Benutzer-ID Gibt den/die LagermitarbeiterIn an, der/die diesen Beleg bearbeitet.
Konsignationslagerort Code Gibt den Lagerort der Entnahmen an.

Die Auswahl ist auf die im System eingerichteten Konsignationslager beschränkt.
Inforegister Zeilen#
Feld Beschreibung
Artikelnr. Gibt die Artikelnummer des zu entnehmenden Artikels an.

Für die Zuweisung von Artikelverfolgungen ist im Menü der Belegzeilen ein entsprechender Aufruf vorgesehen.
Variantencode Gibt (sofern vorhanden) die zu entnehmende Artikelvariante an.
Beschreibung Gibt die zugehörige Artikelbeschreibung des zu entnehmenden Artikels an.
Kreditorennr. Gibt den zugehörigen Lieferanten aus dem Lagerort oder Lagerplatz an.
Beschreibung 2 Gibt (sofern vorhanden) die zusätzliche zugehörige Artikelbeschreibung des zu entnehmenden Artikels an.
Menge Gibt die gesamte Soll-Entnahmemenge an.
Einheitencode Angabe des Einheitencodes.
Reservierte Menge Gibt an, wie viele Einheiten des Artikels in der Zeile reserviert wurden.
Geb. Bewegungsmenge Gibt die tatsächlich gebuchte Entnahmemenge an.
Konsignationslagerort Gibt den Konsignationslagerort an.

Das Feld wird mit den Kopfinformation vorbelegt. Ein LookUp auf weitere Konsilager für eine manuelle Änderung ist möglich.
Konsignationslagerplatz Sofern das ausgewählte Konsignationslager mit Lagerplätzen eingerichtet ist, wird dieser in diesem Feld angegeben.
Lagerortcode Gibt den Ziellagerort an.
Lagerplatzcode Gibt den Ziellagerplatz an.
Bewegungsmenge Tatsächliche Entnahmemenge (Teilmengenbuchungen) kann über Funktionen gesetzt werden und wird automatisch mit der Soll-Menge bei Anlage der Belegzeile versorgt.
Fälligkeitsdatum Wird automatisch bei der Erstellung aus den Planungsarbeitsblättern übernommen und stellt das Bedarfsdatum aus der Planung dar.

Hinweis

Bei der Erfassung von Entnahmezeilen erfolgen eine Prüfung auf die Verfügbarkeit der Artikel bzw. Varianten. Sofern die Artikel einer Serien- oder Chargennummern-Pflicht unterliegen, muss je Zeile die entsprechende Artikelverfolgung zugewiesen werden.

Funktionen im Menüband#
Buchen#

Mit der Funktion wird die Konsignationsentnahme verbucht.

Hinweis

Es werden nur die Zeilen mit einer Bewegungsmenge vom Buchungsprozess berücksichtigt.

Bewegungsmenge füllen#

Das Feld „Bewegungsmenge“ in den vorhanden Entnahmezeilen wird mit der Restmenge gefüllt (Differenz „Menge“ und „Geb. Menge“).

Bewegungsmenge leeren#

Löscht in allen Entnahmezeilen die Bewegungsmenge für die manuelle Erfassung durch die AnwenderInnen (Teilmengenentnahmen o.ä.).

Drucken#

Falls ein Beleg in der „Berichtsauswahl - Lager“ hinterlegt worden ist, kann dieser hierüber ausgedruckt werden.

Hinweis

Der Beleg muss kundenindividuell erstellt und eingerichtet werden.

Gebuchte Einkaufslieferungen#

Die Funktion „Wareneingang stornieren“ für gebuchte Lieferungen aus einer Konsignationsentnahme, sowie auch für die Konsignationszugänge, sind unzulässig und kann nicht ausgeführt werden.

Faktura Konsignationsentnahmen#

Die Einkaufsbestellungen, die über die Konsignationsentnahmen gebucht wurden, können über die „Einkaufsbestellart“ identifiziert werden. Basierend auf dem Beleg „Einkaufsbestellung“ wird ein neuer Beleg „Anzeige Konsignationsentnahme“ erstellt. Anhand dieses Beleges kann beim jeweiligen Kreditor die Entnahme gemeldet und die Rechnung angefordert werden. Der Druck dieses Beleges schließt den Einkaufsbeleg ab und somit werden diesem Beleg im Rahmen der Konsignationsentnahmen keine weiteren Zeilen angefügt.

Die Faktura erfolgt dann wieder in den Microsoft Dynamics 365 Business Central-Standardprozessen der Einkaufsrechnung bzw. direkt in der Einkaufsbestellung.

Planung / Disposition#

Über die Einrichtung der jeweiligen Wiederbeschaffungsverfahren wird die Konsignationsabwicklung auch innerhalb der Bestell- und Planungsarbeitsblätter berücksichtigt.

Wird eine Vorschlagzeile anhand einer Lagerhaltungsdatenkarte mit Umlagerung von einem Konsignationslager erzeugt, so wird anstelle der Beschaffungsmethode „Umlagerung“ die Option „Konsignationsentnahme“ eingestellt.

Mittels der Funktion „Ereignismeldung durchführen“ werden die Bestellvorschlagszeilen mit der Beschaffungsmethode „Konsignationsentnahme“ in diese überführt, wenn die Option „Umlagerungsaufträge erstellen“ aktiviert ist. Etwaige Reservierungen (aufgrund des eingestellten Wiederbeschaffungsverfahrens) werden aus der Bestellvorschlagzeile an die Konsignationsentnahmezeile weitergegeben.

Inventur#

Eine Inventur ist auch innerhalb der Konsignationslagerorte grundsätzlich möglich. Allerdings werden hier jedoch nur Mengenkorrekturen ermöglicht. Eine Buchung von Lagerwerten ist jedoch nicht möglich

Neubewertung#

Die Standard-Funktionalität „Neubewertungs-Buch.-Blätter“ steht für Konsignationslagerorte nicht zur Verfügung.

Intrastat#

Die Konsignationslager werden in der Funktion „Posten holen“ des Intrastat-Buch.-Blattes ausgeschlossen.

Bei der Intrastat sind zwei Verfahren zu beachten:

  1. Hat der Kreditor eine inländische Umsatzsteuer-ID, dann muss er die Meldung der innergemeinschaftlichen Warenbewegungen an das Konsignationslager melden. Bei der Entnahme handelt es sich dann um ein Inlandsgeschäft, das auch über die Einrichtung der Buchungsgruppen und Länderkennzeichen im Kreditor hinterlegt ist.
  2. Sofern der Kreditor jedoch keine inländische Umsatzsteuer-ID hat, ist die Lieferung (Entnahme aus dem Konsilager) als innergemeinschaftliche Lieferung der Herkunftsart „32“ in der Meldung zu berücksichtigen. Auch dies ist aufgrund der oben beschriebenen Buchungsvorgänge nachweislich gewährleistet.

Achtung

Mit Microsoft Dynamics 365 Business Central Version 24.0 wird die bisherige Intrastat-Funktionalität in eine eigenständige App (muss über die Funktionsverwaltung aktiviert werden) ausgelagert. Innerhalb der neuen Intrastat-Funktionaltiät kann über den Schalter „Nullbeträge überspringen“ die Lieferungen an das Konsignationslager ausgeschlossen werden.

Direktlieferungen#

Da die Lagerorte mit Kennzeichnung „Konsignationslager“ nicht in ausgehenden Belegen verwendet werden können, muss die Abwicklung von Direktlieferungen zunächst über die Konsignationsentnahme auf ein Verkaufslager erfolgen. Ein direktes Ausbuchen aus dem Konsignationslager wird unterbunden.

Quality Management Modul#

Das Quality Management Modul kann innerhalb der Konsignationslager verwendet werden, sofern der Lagerort mit „Lagerplätzen“ verwaltet wird. Sollten die Eingangsprüfungen bereits bei Zugang an das Konsignationslager erfolgen, so können Sie über die Einrichtung am Lagerort entscheiden, ob bei Entnahme der Artikel aus dem Konsignationslager eine erneute Eingangsprüfung am Zugangslager erfolgen soll oder nicht.